Erstflug / Flugpraxis

Das, wovon Sie während der gesamten Bauzeit geträumt haben, soll nun passieren. Ihr PRIMO soll das tun, wozu er von uns entworfen, aber von Ihnen selbst gebaut wurde, nämlich.... FLIEGEN. Wie von uns an einigen Stellen immer wieder erwähnt wurde, macht es durchaus Sinn, sich als Anfänger für den Erstflug einen erfahrenen Modellpiloten zur Hilfe zu nehmen.

Auch ein evtl. gemachtes, intensives Training an einem PC-Flugsimulator hilft nicht, die Nervosität vor dem Erstflug zu verhindern. Schließlich haben Sie ja viel Zeit für den Bau Ihres PRIMO aufgewendet und möchten schöne Flüge und vor allen Dingen sichere Landungen erleben. Da ist der Fluglehrer als Hilfe eine Sicherheit, auf welche Sie nach Möglichkeit nicht verzichten sollten.

Prüfen Sie, nicht nur vor dem Erstflug, aber hier besonders, ob alle Funktionen der Steuerung einwandfrei funktionieren und ob alle Akkus voll geladen sind. Stellen Sie sicher, dass der Schwerpunkt ( C.G. ) exakt ausgewogen ist. Prüfen Sie den Antrieb ( Motorsegler ) und den festen Sitz der Luftschraube am Motor. Verschraubungen von Tragfläche und  Gabelköpfen, sicherer Sitz der Ruderanlenkungen und der dazu gehörenden Teile sollten ebenfalls auf der Prüfliste stehen, und wenn dann doch auf der Wiese etwas nicht präzise funktioniert, lassen Sie sich nicht zu einem Versuch nach dem Motto: “ naja wird schon klappen “ verleiten, das kann nicht nur einen Absturz mit vielleicht starken Beschädigungen des Modells zur Folge haben, sondern ist auch im Hinblick auf die Gefährdung von Zuschauern und sich selbst eine falsche Entscheidung.

Wenn nun wirklich alles funktioniert, Sie aber keinen Fluglehrer auftreiben konnten, keine Angst, Ihr PRIMO kann am Anfang Ihrer Modellfluglaufbahn sicher besser fliegen, wie Sie als Pilot. Dazu haben wir Ihm einige, positive Eigenschaften mit auf den Weg gegeben. Dazu zählen: absolut eigenstabiles Flugverhalten wodurch er sich aus den meisten Extremfluglagen bei ausreichender Höhe von selbst wieder in eine normale Fluglage einpendelt. Die robuste Konstruktion verträgt, gerade bei der Landung, auch mal gröbere Behandlung. Durch die relativ geringe Fluggeschwindigkeit bleibt er immer sehr gut beherrschbar.

In der Bauanleitung haben wir für Sie auf den Seiten 56 bis 62 wichtige Tips für den Einstieg in den Modellflug zusammengefaßt und wollen diese nachfolgend noch ausführlicher erläutern.

pdf Bauanleitung Seiten 56 - 62

Auf der Seite 56 sind alle wesentlichen Punkte stichpunktartig nochmals für Sie erläutert. Einige Dinge haben wir ja bereits am Anfang dieser Rubrik dargestellt, andere werden wir in der Folge noch etwas genauer durchleuchten.

Eine schematische Darstellung auf Seite 57 zeigt, welche Geländeformationen für einen sicheren Modellflug geeignet sind. Auch hier haben wir in der Einleitung schon alles wesentlich gesagt und raten Ihnen, nur zum besseren Verständnis, sich die Darstellungen einmal genauer anzuschauen. Wie hier auch im Text erwähnt wird, spielt das Wetter eine wesentliche Rolle für die Durchführung der ersten Testflüge. Mit “ Wetter “ ist natürlich nicht gemeint, ob die Sonne scheint, oder ob es bewölkt ist... der Wind ist hier der bestimmende Faktor. Zum Einfliegen des PRIMO sollte dieser nur schwach wehen, bei absoluter Windstille oder kräftigerem Wind sollten Sie den Erstflug besser verschieben.

Wie auf Seite 58 beschrieben wird sind die ersten “ Trockenübungen “, dass man den Start erst einmal simuliert und dazu mit dem Modell einige Schritte gegen den Wind läuft, das Modell aber nur kurz aus der Hand freigibt, um ein Gefühl für die erforderliche Startgeschwindigkeit zu bekommen. Wenn aber jetzt kein leichter Gegenwind vorhanden ist, können Sie rennen und rennen...das Modell wird Ihnen nicht das Gefühl dafür geben, wann es “ frei “ werden will.
Bei zu starkem Wind besteht die Gefahr, dass das Modell, wenn es dann mal “ frei “ wird, vom Wind zu sehr verrissen wird.

Wenn das Gefühl für die Startgeschwindigkeit erkannt ist wird es ernst. Der erste Gleitflug kann jetzt erfolgen, laufen Sie wie zuvor beschrieben einige Schritte gegen den Wind und schieben ( werfen ) Sie das Modell mit einem leichten, nicht zu kräftigen Schubs in den Wind, nicht nach oben, nicht nach unten, nicht nach rechts oder links...
einfach nur möglichst geradeaus. Dabei den Motor noch nicht einschalten. Der PRIMO sollte jetzt ohne Ruderkorrekturen selbstständig einen gestreckten Gleitflug ausführen.
Machen Sie nicht den Fehler, in Bodennähe durch evtl. zu hastige Ruderkorrekturen die Flugbahn zu beeinflussen, beobachten Sie Flugbahn genau und nehmen Sie die notwendigen Trimmkorrekturen vor, wie auf Seite 59 und 60 der Bauanleitung ausführlich beschrieben.

Ein Starthelfer, welcher das Modell bei den ersten Gleitflügen startet, ist für Sie am Anfang sicher ein große Hilfe, Sie haben dann mehr Zeit sich auf das Flugverhalten des Modells zu konzentrieren, d.h. Sie müssen nicht rennen, werfen und auch noch genau schauen, was genau passiert. 

Die Gleitflüge sind jetzt erfolgreich ausgeführt worden und jetzt wird es richtig ernst.

In der Motorseglerversion soll Ihr PRIMO seinen ersten “ Kraftflug “ machen, in der Seglerversion steht der erste Hochstart bevor, aber dazu später.

Die Startprozedur ist die Gleiche wie bei den ersten Gleitflügen, nur... jetzt wird der Motor eingeschaltet. Wichtig ist, dass Sie bei den ersten Motorflügen beim Start nur etwa 3/4 der Motorleistung freigeben und erst nach dem Startwurf die Restleistung langsam nachschieben.
Starthelfer ? wenn irgend möglich, JA !
Die Knie schlottern ? auch normal !

Der PRIMO sollte jetzt in einem stetigen Steigflug nach oben fliegen, Richtungskorrekturen werden u.U. jetzt schon erforderlich, bitte diese mit sehr viel Feingefühldurchführen.
Ob Sie mit dem Höhenruder korrigieren müssen zeigt sich an folgenden Möglichkeiten:

Das Modell steigt in zu starkem Winkel nach oben und wird auf Dauer zu wenig Motorleistung haben, um diese Fluglage beizubehalten ( Steigwinkel von ca. 35° bis 45° sind O.K. ), Ihre Reaktion darauf: leichtes drücken des Höhenruders ( Tiefenruder )um die Flugbahn flacher zu gestalten. Diese “ Drücken “ kann evtl. während der gesamten Kraftflugphase ( Motorlaufzeit ) erforderlich sein. Eine andere Möglichkeit ist es, die Motorleistung über den Gasknüppel so einzustellen, dass das Modell immer noch einen leichten Steigflug ausführt aber dabei nicht zu
stark weg steigt.

Wenn das Modell jetzt nicht irgendwo im Nirgendwo verschwinden soll, sind die ersten “ echten “ Richtungskorrekturen erforderlich. Wie auf Seite 61 beschrieben fliegt man dazu, immer gegen den Wind, vor sich in gegensinnigen S-Schleifen. Eine Kurve nach links, ca. 50 m geradeaus, eine Kurve nach rechts und wieder
ein Stück geradeaus. Dabei immer noch mit laufendem Motor, der wird erst in ausreichender Höhe abgeschaltet. Auch wenn der PRIMO ein ruhiges Vögelchen ist, wie auch bei jedem anderen Flugzeug will eine Kurve geflogen werden, Klartext, die Kurve wird mit wenig Seitenruder eingeleitet und mit noch weniger Höhenruder gestützt, ansonsten nimmt der Flieger in der Kurve die Nase nach unten und beschleunigt, also immer schön auf die Fluglage
achten und mit Höhe und Seite korrigieren. Sie wollen jetzt wieder geradeaus fliegen, eine Flugzeug fordert auch hier Ihr Eingreifen, um die Kurve auszuleiten steuern Sie leicht mit dem Seitenruder in die entgegengesetzte Richtung, wenn sich das Modell danach etwas aufbäumt ( nach oben weg steigt ) mit noch leichterem Tiefenruder korrigieren. Auch im Geradeausflug ( immer quer zu Ihrem Standort ) sind evtl. Kurskorrekturen mit dem Seitenruder erforderlich, weil auch schwächerer Wind auf das Modell einwirken kann.

Sie haben sich jetzt mit dem Modell nicht zu weit von sich entfernt und dieses hat ein gute Ausgangshöhe erreicht ( ca. 100 bis 150 m ) der Antrieb kann nun ausgeschaltet werden.

Bei Lehrer - / Schülerbetrieb wäre das der Zeitpunkt, an dem der Fluglehrer sagen würde, “so, und jetzt Du mal “.

Aber, bis hierher habe Sie auch alleine alles richtig gemacht und Ihr PRIMO geht nach dem Steigflug in den “normalen“ Gleitflug ” über... was kann sich jetzt plötzlich ändern ?

Wenn Sie nicht gerade zufällig ein kräftigeres Thermikfeld erwischt haben ( s.a. Seite 62 ), alte Hasen sagen dann neidisch “ Anfängerglück “, sollte der PRIMO in einem langsamen Gleitflug wieder in Richtung Erde zurücksegeln. Dabei bleibt das Modell in seinen Ruderfunktionen absolut funktionsfähig, außer... die Fluggeschwindigkeit sinkt so weit ab, dass ein sog. Strömungsabriss erfolgt und das Modell aufhört zu fliegen, d.h. das Modell kippt evtl. über eine Seite ab, nimmt die Nase in Richtung Erdmittelpunkt, beschleunigt einige Meter in dieser Richtung und fängt durch die zunehmende Geschwindigkeit von selbst wieder an zu fliegen. Sie können jetzt etwas helfen indem Sie nach einigen Metern Sturzflug anfangen, vorsichtig das Höhenruder leicht zu “ziehen” , um nicht zu viel Höhe verlieren.
Klingt gefährlich, ist aber in ausreichender Höhe als Test erforderlich, um sich ein Gefühl für die modellspezifische Mindestgeschwindigkeit zu verschaffen. Bewußt erzeugen kann man diesen Flugzustand, vorausgesetzt ist natürlich eine Mindesthöhe von ca. 100 m, dadurch, dass man im Gleitflug das Höhenruder langsam bis zum Vollausschlag “durchzieht”. Die aus diesem Experiment gewonnene Erfahrung gibt einem in etwa das Gefühl dafür, welche Mindestgeschwindigkeit später für eine sichere Landung erforderlich ist. “ Fahrt ist ( Modell )Leben “

Ihnen ist aber beim Erstflug das bereits erwähnte “ Anfängerglück “ beschert. Sie haben den Antrieb ausgeschaltet und Ihr PRIMO steigt auch ohne Motor immer weiter, was nun ? Hammerthermik eben ! Der größte Fehler, den Sie jetzt begehen können ist, durch drücken des Tiefenruders das Modell an weiterem Steigen zu hindern. Drücken
bedeutet immer, das Modell wird schneller, schneller und schneller, bis dann irgendwann die Belastungsfähigkeit der Konstruktion erreicht ist, unzählige Modelle sind hierbei schon einfach in der Luft “ zerplatzt “.

Ein absolut ungefährliches Flugmannöver die immer größer werdende Höhe zu vernichten ist das sog. “ Trudeln “. Wünschen wollen wir Ihnen das für den Erstflug sicher nicht, aber man weiß ja nie. Also, der PRIMO wird am Himmel kleiner und kleiner, was tun ? Ganz einfach, steuern Sie das Seitenruder auf Vollausschlag, rechts oder links, egal, und dazu das Höhenruder auf Vollausschlag nach oben, also Höhe voll, und halten Sie die Steuerknüppel in dieser Position. Was nun passiert ist, dass das Modell in einen Spiralsturz übergeht, keine Angst, der tut dem PRIMO nicht weh und bringt Ihn sicher aus schwindelerregenden Höhen wieder nach unten... aber ACHTUNG ! bitte nicht zu weit nach unten.
In einer Mindesthöhe von 80 bis 100 Metern sollte man die Reißleine ziehen, ganz einfach die Steuerknüppel in Neutralstellung fallen lassen und evtl. mit etwas Höhenruder den weiteren Sturzflug auslenken, die Flugrichtung mit Seitenruder korrigieren. Das war aber jetzt nur das Notfallprogramm, mit etwas mehr Flugpraxis kann man so die ersten publikumswirksamen Auftritte inszenieren.

Sie haben sich für die Seglerversion des PRIMO entschieden und die ersten Gleitflüge genau wie in der Motorseglerversion erfolgreich abgeschlossen. Jetzt wollen Sie natürlich auch “ richtig “ fliegen, d.h. Sie möchten mit Ihrem Modell eine gewisse Ausgangshöhe für längere Gleitflüge erreichen. Für den Anfang ist hier der sog. Hochstart die sicherste Methode. Auf Flugplätzen für manntragende Segelflugzeuge haben Sie sicher schon mal gesehen, wie ein Segelflugzeug von einer Motorwinde an einem langen Seil in die Lüfte gezogen wird. Auch im Modellflug hat sich diese Startmethode immer wieder bewährt, viele Vereine setzen hierzu spezielle Schleppwinden ein und ziehen damit einen Segler nach dem anderen auf eine Höhe, aus welcher man dann unter Thermikeinfluss ausgedehnte Flüge machen kann.

Auf eine etwas einfachere Art geht das aber auch mit einer Hochstarteinrichtung ( hier evtl. Zubehörempfehlung mit Best. Nr. ) welche aus einem entsprechenden Gummiseil und einer Verlängerung aus Nylonschnur besteht. Am Ende der Nylonschnur befindet sich ein Metallring, welcher in den Hochstarthaken am Modell eingehängt wird, das Gummiseil wird mit einem Erdnagel ( Häring ) am Boden befestigt. Diese Hochstarteinrichtung wird genau gegen den Wind ausgelegt, ausreichend Platz zum Spannen muss natürlich auch vorhanden sein.

Hängen Sie nun den Ring in den Hochstarthaken am Modell ein und spannen Sie diese vor, das können schon etliche Meter sein, welche Sie als Vorspannung aufbauen müssen. Bei den ersten Startvorgänge benutzen Sie bitte den vorderen Hochstarthaken am Modell, das bewirkt eine etwas flacheren Steigwinkel. Die Zugkraft sollte schon deutlich spürbar sein, um den ersten Start zu wagen, zu wenig Zugkraft würde das Modell im Steigflug “ aushungern “ lassen, was nicht ganz ungefährlich ist. Also, keine Angst, kräftig vorspannen. Für den Start halten Sie das Modell mit der einen Hand, wie bei den Gleitflugversuchen, in eine waagerechte Position, den Sender halten Sie in der anderen Hand. Wenn Sie das Modell jetzt freigeben, wird es, durch das Seil gezogen, ein paar Meter geradeaus fliegen und dann in einen steilen Steigflug übergehen.
Richtungskorrekturen mit dem Seitenruder sind meist nicht erforderlich, wenn genaugegen den Wind gestartet wird.
Mit abnehmender Zugkraft sollte das Modell in eine flachere Flugbahn übergehen, hier müssen Sie evtl. vorsichtig etwas nachdrücken, d.h. etwas Tiefenruder steuern. Irgendwann ist die Zugkraft des Gummiseils verbraucht und das Modell geht in eine normale Flugbahn über, zu diesem Zeitpunkt sollte der Hochstartring einfach aus dem Haken herausfallen, wenn nicht, mit noch etwas Tiefenruder nachhelfen.

- Video Hochstart folgt in Kürze-

Mit der erreichten Höhe können Sie, genau wie bei der Elektroseglerversion beschrieben, damit beginnen, dass Modell auf dem von Ihnen gewünschten Kurs zu halten. Fliegen Sie mit dem Modell niemals in zu großer Entfernung zu sich, Fluglage und Geschwindigkeit sind dann nicht mehr einwandfrei erkennbar. Zu dem “ Anfängerglück “ mit der  “ Hammerthermik “ haben wir ja schon auf den vorangegangenen Seiten einiges erklärt.

Was wir nun beschreiben wollen, gilt für Motorsegler und Segler in gleicher Weise, weil auch der Motorsegler mit abgeschaltetem Antrieb das gleiche Flugverhalten wie der Segler hat. Einziger Unterschied, beim Motorsegler können Sie den Antrieb wieder einschalten, um neue Höhe zu gewinnen. Wir raten dazu, gerade beim Motorsegler, den Erstflug nicht zu früh abzubrechen und die Landung einzuleiten. Je länger Sie das Modell in der Luft halten, evtl. mit mehreren Steigflügen, um so vertrauter werden Sie im Umgang mit der Steuerung und den Reaktionen des Modells auf Ihre Steuerbefehle.

Fliegen Sie möglichst am Anfang nur die beschriebenen S-Schleifen, diese können im Verlauf des Fluges langsam zu “ Achten “ werden, das bedeutet, Sie fliegen in dem geraden Abschnitt der Flugstrecke immer wieder etwas zurück ( in Richtung zu Ihrem Standort )

Dabei werden Sie merken, dass die Fluggeschwindigkeit durch den leichten Rückenwindeinfluss etwas höher wird und das Modell  leicht an Höhe verliert. Beim Eindrehen gegen den Wind will das Modell jetzt die überschüssige Fahrt wieder in Höhe umsetzen und muss mit ganz leichtem Tiefenruder an einem Aufbäumen gehindert werden.

Wenn diese Flugphasen erfolgreich gesteuert werden können, kann man die ersten Vollkreise probieren. Hier ändert sich natürlich auch wieder etwas: In dem Moment, wenn das Modell komplett in den Rückenwindeinfluss gerät, wird die Fluggeschwindigkeit deutlich höher und die Ruderwirkung merkbar “ schwammiger “. Ein deutlich sichtbarer Höhenverlust kommt noch dazu, jetzt nur nicht versuchen, diesen mit Höhenruder auszugleichen, in dieser Flugphase braucht das Modell die höhere Geschwindigkeit um steuerbar zu bleiben. Erst wenn Sie das Modell wieder gegen den Wind richten stellen sich normale Fluggeschwindigkeit und gleichmäßiger Segelflug automatisch wieder ein.
Sie werden noch etwas bemerkt haben, in dem Moment, in welchem das Modell auf Ihren Standort zufliegt ist die Seitenruderwirkung umgekehrt, d.h. Sie steuern auf dem Sender nach rechts und das Modell bewegt sich von Ihrem Standort aus gesehen nach links, ist am Anfang verwirrend aber vollkommen normal. Hilfe bringt hier das, in der Bauanleitung auf Seite 61 beschriebene, Mitdrehen des Piloten um 90° zum Modell.

S-Schleifen, Streckenflug und auch der Vollkreis werden von Ihnen jetzt einigermaßen beherrscht, jetzt kommt die für den Anfang schwierigste Übung, die Landung.

Auch diese haben wir in einer kleinen Grafik auf Seite 62 der Bauanleitung beschrieben.

Zum Einleiten der Landung lassen Sie das Modell in den von Ihnen geübten S-Schleifen langsam an Höhe absegeln. Nicht durch drücken von Tiefenruder beschleunigen, die Fluggeschwindigkeit wird dann zu hoch. Wenn nötig, die Tiefenrudertrimmung um “ eine Raste “ nach vorne schieben, das beschleunigt das Sinken etwas und hat den Vorteil, dass auch die notwendige Grundgeschwindigkeit besser beibehalten wird. Wenn Sie jetzt das Gefühl haben, dass das Modell dicht genug in Bodennähe ist, was bedeutet, evtl. sind noch 2 S-Schleifen fliegbar, fliegen Sie eine etwas weiter ausladende Schleife und steuern das Modell in die Landekurve gegen den Wind. Dabei sollte das Modell noch eine Mindesthöhe von ca. 2 m haben. Lassen Sie das Modell im Geradeausflug langsam ausgleiten, evtl. kurz vor dem Aufsetzen ganz leicht mit Höhenruder abfangen. Versuchen Sie bitte nicht, die ersten Landungen direkt in Ihrer Nähe zu plazieren, lieber mal ein paar Meter laufen um das Modell zu holen, als dieses in Ihrer Nähe bei der Landung zu beschädigen.

Ihr PRIMO hat seine ersten Flüge überstanden und Sie lernen bei jedem weiteren Flug immer besser damit umzugehen. Ein Sprichwort sagt “ Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen “, anders formuliert wird daraus, die Meister von heute sind am Anfang sicher öfter mit Ihrem Modell vom Himmel gefallen. Da hilft nur eines, üben, üben und nochmals üben. Damit Sie beim Üben nicht übermütig werden, hier noch einige Hinweise in Stichpunkten aus unserer eigenen, nicht immer ungetrübten Erfahrungen am Anfang unserer Modellfliegerlaufbahn.

Beachten Sie die ausführlich geschilderten Sicherheitshinweise Die ersten Flüge sollten nach Möglichkeit von einem erfahrenen Modellflieger begleitet werden. Lassen Sie sich niemals von Anderen zu einem Flugversuch auf ungeeignetem Gelände oder bei nicht passender Witterung verleiten. Ein nicht einwandfrei funktionierendes Flugmodell ( Steuerung, Anlenkung, Antrieb usw. ) sollte in Ruhe zu Hause überprüft werden, zu schnellen, provisorischen Maßnahmen auf dem Fluggelände kann nicht geraten werden. Beschädigte Teile, besonders Luftschrauben, unbedingt durch neue Teile ersetzen. Beim Fliegen einige Grundregeln beachten: Fliegen Sie immer vor Ihrem Standort gegen den Wind, über Kopf fliegen ist am Anfang unbedingt zu vermeiden, ein durch den Wind hinter Ihren Standort abgetriebenes Modell ist für Sie als Anfänger nur schwer wieder zurück zu holen. Ausreichend Abstand zu Zuschauern halten, immer darauf achten, dass Niemand gefährdet werden könnte.

Sollte Ihr PRIMO trotzdem mal einige “ Schrammen und Beulen “ abbekommen, fast alles kann man reparieren, und wenn Sie zu der erforderlich gewordenen Reparatur Fragen haben sollten oder Ersatzteile benötigen, als registriertes Mitglied haben Sie jederzeit die Möglichkeit uns anzusprechen.

Wir wünschen Ihnen viele schöne Flugerlebnisse mit Ihrem PRIMO.

Ihr robbe PRIMO-Team